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SPD Ortsverein Bruchköbel

SPD Ortsverein Bruchköbel

Leitbild 2025

Familie, Kinder & Jugend, Senioren, Bildung – das Miteinander einer Kleinstadt organisieren

Der demographische Wandel fordert die Begegnung, den Dialog und das Miteinander der Generationen gerade in einer Stadt wie Bruchköbel bewusst und gezielt heraus:

Für unsere Kinder wird es immer schwieriger. Sie wachsen heute in einer kulturell vielfältigen, sozial komplexen, hoch technisierten Welt auf. Die Anforderungen steigen an sie: Kinder benötigen heute, neben ihrer sozialen und kulturellen Einbettung, auch interkulturelle und Fremdsprachenkompetenz. Es gibt deutliche Unterschiede, wie die Eltern mit deren Möglichkeiten und Potenzialen umgehen. Leider entscheidet die Herkunft, welche und was für Chancen die Kinder bekommen.


Die Wirtschaft- und Arbeitswelt verändert sich permanent. Die Aufgaben werden anspruchsvoller. Sie verlangen ein logisch-analytisches Denken, Kommunikationsfähigkeit, Eigeninitiative, Kreativität, Belastbarkeit und eine stetige Lernbereitschaft. Ehepartner müssen dazu verdienen, oder man hat einen zweiten Job. Die Angst, den Arbeitsplatz zu verlieren, beherrscht viele.


Beide Entwicklungen haben zur Folge, dass eine nicht gekannte physische und psychische Belastung auf den Familien lastet. Gerade ein Stadt wie Bruchköbel, die eine überdurchschnittlich hohe Pendlerquote hat und somit „Lebensstadt“ und „Lebensort“ für viele Familien ist, spürt diese Entwicklungen, die Lebenswirklichkeit vieler Bruchköbeler Familien sind. Wir wollen ein Bruchköbel des starken sozialen Zusammenhalts. Eine Stadt, die sich aktiv dieser Probleme annimmt und solche Entwicklungen bestmöglich mit anderen Institutionen abgefedert. Hierzu ist vonnöten, dass…


… Bildung auch schon im Vorschulalter als Aufgabe gesehen wird, die Eltern, Staat, Wirtschaft und Gesellschaft gemeinsam fordert und verpflichtet.

…Bildungssysteme von unten aufgebaut, im Stufenverlauf miteinander verzahnt und aufeinander abgestimmt werden.

…Bildung, entsprechend der kindlichen Reife, ein kontinuierlicher, aufbauender Prozess zwischen Kita-Grundschule und auch in parallel arbeitenden Einrichtungen sein muss.


Auch wenn wir als Stadt nicht in allen Institutionen die formale Verantwortung haben, muss ein tatsächliches „Netzwerk“ Bruchköbel der Bildungschancen reifen, das alle Beteiligten an einem Strang ziehen lässt, jenseits rechtlicher Zuständigkeiten.
Dort, wo wir formal die Verantwortung haben, brauchen wir eine ziel-und erfolgsorientierte Führung der Kindertagesstätten. Hierzu gehört es, dass die Erzieherinnen in allen Einrichtungen auf die Erfordernisse der pädagogischen Neuausrichtung vorbereitet werden.
Sozialisation findet aber nicht nur in den hierzu vorgesehenen Institutionen statt, sondern gerade auch im öffentlichen Raum für Kinder- und Jugendliche.


So wollen wir Kinderspielplätze, die den neuesten pädagogischen Erkenntnissen entsprechen. Denn als vor etwa 50 Jahren die Bundesregierung den Turnerbund beauftragt hat, sich über Spielplätze Gedanken zu machen, stand die Leibesertüchtigung im Vordergrund. Erst mit der Einführung der Holzspielgeräte, teils mit aufwendigen Gebilden, ist ein Generationswechsel eingeleitet worden, auch wenn sich die Grundphilosophie kaum verändert hat. Heute sollen Spielplätze den Bedürfnissen der Kinder in unserer anspruchsvollen Umwelt gerecht werden. In Bruchköbel bestehen insgesamt 22 unterschiedlich große Plätze, teils in Neubau, teils in Altbaugebieten, die zu überprüfen und verbessern sind.


Zudem fehlen ein Bewusstsein und ein Konzept für Jugendliche und Heranwachsende in Bruchköbel. Im Jugendalter findet in der Regel eine Umorientierung bezüglich der Bezugspersonen statt. Die Einbindung in das Familiensystem nimmt ab. Die Gruppe der Gleichaltrigen gewinnt ebenso an Bedeutung wie die Einbindung in Vereinsstrukturen verliert. Jugendliche suchen sich bewusst Freiräume, um innerhalb ihrer Clique miteinander agieren zu können. Öffentliche Treffpunkte, ohne Anwesenheit von Erwachsenen, werden bevorzugt. Die offenen Angebote im Jugendzentrum bilden hier eine Ausnahme. Es ist also dringend notwendig ein qualitativ hochwertiges Angebot für Kinder und Jugendliche auf den Grundlagen des KJHG (Kinder- und Jugend Hilfegesetz) durchzuführen. Bedenkt man, dass typischerweise in Kleinstädten in Vororten fast 30% der jungen Erwachsenen zwischen 18 und 24 auswandern, so wird deutlich, dass dies oft die letzte Möglichkeit für eine Stadt im Speckgürtel Frankfurts ist, eine dauerhafte emotionale Bindung zu ihr herzustellen.


Doch nicht nur Kinder und Jugendliche haben ein Anspruch auf ein attraktives Leben in unserer Stadt. In Bruchköbel werden absehbar viele Menschen in Rente gehen, die in den 70er und 80er Jahren nach Bruchköbel gekommen sind. Nun werden die Menschen gemeinsam alt. Die Menschen werden nicht nur älter, sie bleiben auch länger gesund, sind fit, aktiv und mobil. Wir müssen die Weichen heute richtig stellen, damit diese Menschen in Bruchköbel nicht nur jetzt, sondern auch in Zukunft gut hier leben können. Senioren, egal ob gesund oder krank, sollen wie möglich am öffentlichen Leben teilnehmen. Viele sind in öffentlichen Einrichtungen, Vereinen und sozialen Verbänden ehrenamtlich tätig. Für die Kommune bedeutet dies, sinnvolle Angebote an diejenigen zu machen, die sich ehrenamtlich betätigen wollen.
Zudem sollen ältere Menschen so lange wie möglich in Ihrer eigenen Wohnung leben: barrierefreie Zugänge, ortsnahe Einkaufsmöglichkeiten, qualitativ hochwertige soziale Dienste und eine gute geriatrische Versorgung sind die Kriterien zur erfolgreichen Erfüllung dieser Ziele. Wir wollen hierfür die Voraussetzungen schaffen, die Auswirkungen auf beinahe alle Bereiche des öffentlichen Lebens haben wird.